Seminare Workshops Themenabende 2012
25.02.2012 Seminar
"Funktionskreis Jagdverhalten - sinnvolle Beschäftigung und
Suchtgefahr"
mit Dr. Udo Gansloßer
Nahezu jede/r Hundehalter/in wird früher oder später mit dem Jagdverhalten seines Hundes konfrontiert. Und die Vielzahl der dagegen vorgeschlagenen Maßnahmen reicht von tragisch-tierschutzwidrig bis belustigend-absurd.
Um dieses Verhalten, auf dessen Grundlage auch die Verhaltensanpassungen vieler Arbeitshunderassen beruhen, genauer zu betrachten, sollen einige Thesen diskutiert werden:
- Es gibt keinen Jagdtrieb
- Jagen ist keine Aggression
- Rudeljagd ist nicht die Hauptfunktion des Canidenrudels
- Jagdverhalten hat nichts mit Bindungsschwäche zu tun
- Bällchenwerfen ist kein Spiel
26.02.2012 Seminar "Rudelstrukturen und Rangpositionen" mit Dr. Udo Gansloßer
Durch den Vergleich mit der sozialen Lebensform der Caniden können wir das Verhalten der Hunde besser verstehen. Die Bindung innerhalb des Rudels bedeutet Angstfreiheit und körperliches Wohlbefinden – Jungtiere fühlen sich nach der Sozialisierungsphase in ihrem Rudel zuhause. Damit sich ein entsprechendes Zugehörigkeitsgefühl entwickeln kann, ist der Kontakt von Hunden mit Menschen in der Sozialisierungsphase sehr wichtig. Die Themen:
1. Was ist ein Rudel? Was ist eine Gruppe?
2. Rudelbildung: Vorteile von Gemeinschaften und Aufbau von Sozialbeziehungen - Auswirkungen der Gehirngröße auf soziale Beziehungen – Hormonelle Einflüsse
3. Verhaltensbiologische Betrachtung von: Rudelchef, Rang, Dominanz, Macht, Autorität, Anführerschaft
"Wo bleibt der Spaß? Über das Spiel zwischen Mensch und Hund" mit Michael Grewe
In unserer materiell ausgerichteten Spaßgesellschaft stellt sich das Spiel zwischen Mensch und Hund für viele Hundehalter als ideale Chance dar, eine wunderbare Beziehung zum Hund aufzubauen. Aber dort wo sich Möglichkeiten anbieten, lauert nicht selten ein Risiko! Michael Grewe geht in diesem Vortrag darauf ein, Spiel als einen komplexen Vorgang zu begreifen und individuelle Ansätze zwischen Mensch und Hund zu fördern. So wie ein richtiges Spiel dem Hund dabei behilflich ist, die Welt in der er leben soll zu begreifen, kann ein falsches Spiel mit ihm dazu führen, dass die Welt den Hund nicht mehr begreift. Aus der fachlichen Perspektive betrachtet, verschafft er den Zuhörern einen Blick dafür, dass gewisse „spielerische Umgangsformen“ mit dem Hund unter Umständen auch als „tierschutzrelevante Manipulation“ des Hundes zu sehen ist. Spiel ist eben doch eine ernste Sache!
Informationen und Anmeldung25.03.2012 Seminar "Spiel - und Aggressionsverhalten" mit Michael Grewe
Eine
der aufregendsten und zugleich wichtigsten Bereiche im hundlichen
Verhalten ist der Bereich des Spiels. Im Spiel der Welpen untereinander
und im Spiel der Welpen mit dem Hundehalter geht es vorrangig um soziale
Lernerfahrungen. Sie lernen, sich im sozialen Kontext gegenüber einem
Menschen bzw. einem anderem Hund angepasst zu verhalten, sich z.B. auch
in aggressiven Kontexten adäquat zu verhalten. Des Weiteren sind das
Jagdverhalten und die Erkundung der unbelebten Umwelt häufig Elemente
des Spielverhaltens und nicht zu vergessen der "Spaß" am Spielen.
Erfahrungen, die junge Hunde im Spiel und in aggressiven
Auseinandersetzungen in ihrem Welpenverband,
später in der Welpengruppe und mit ihren Menschen machen, sind für ihre
weitere Entwicklung und die Formung ihres Verhaltens ausschlaggebend.
Erfahrungsdefizite hier können zu erheblichen Störungen im Sozialverhalten bis hin zur Familien- und Gesellschaftsunfähigkeit eines Hundes führen.
In
diesem Seminar werden Funktionen und Motivationen des Spiel- und
Aggressionsverhaltens erläutert und darauf aufbauend die vermeintlichen
"neuen Wege" in der Hundeerziehung und ihre fatalen Defizite diskutiert.
01.05.2012 Workshop "Die jungen Wilden - das kann ja was werden mit unserer Pubertät" mit Rainer Dorenkamp & Tanja Elias
Die „Pubertät“ ist die wohl wichtigste, interessanteste und zugleich nervigste Phase in der Hundeerziehung. Viele Hunde können sich an das Gelernte scheinbar nicht mehr erinnern. Oft messen sie sich mit Artgenossen, erweiterten ihren Aktionsradius und der Rückruf scheint schlagartig vergessen zu sein. In dieser Phase kann einem der Hund außer Kontrolle geraten oder man nutzt diese Phase, um einen Grundsteine für eine stabile Beziehung zu legen.
In diesem Workshop wird gezeigt, wie man die Gradwanderung zwischen Grenzdarstellung und Großzügigkeit hinbekommt. Sie werden Antworten darüber erhalten was man einem Junghund abverlangen kann ohne ihn zu überfordern und was man entspannt zulassen kann ohne dass sich daraus Schwierigkeiten entwickeln. In diesem Workshop werden zahlreichen Übungen vorgestellt, die im praktischen Teil gerne mit den mitgebrachten Hunden ausprobiert werden können. Diese Übungen werden ihnen helfen, ihren Hund in dieser so wichtigen aber auch sensiblen Phase zu unterstützen und seine Potentiale in die richtigen Bahnen zu lenken.
Information und Anmeldung
17.06.2012 Seminar "Boarder, Aussie & Co - Hirtenhunde als Familienhunde" mit Gerd Leder
Seit über 2000 Jahren begleiten Hunde die Viehzüchter und Hirten in Europa, Asien und Afrika. Aus den verschiedenen Hirten- und Hütehunden sind sehr viele Familien-, Sport- oder Diensthunderassen entstanden. Im Zuge der fortschreitenden Globalisierung gelangten Hüte-, Treib- und Herdenschutzhunderassen (nicht selten durch Tierschutzorganisationen) aus anderen Kulturkreisen und Ländern zu uns.
In diesem Seminar werden die verschiedenen Rassen und Schläge, die ihre Wurzeln als Helfer in der Landwirtschaft und Viehzucht haben, vorgestellt. Eventuell daraus resultierende Probleme werden genauso erörtert, wie Beschäftigungs- und Auslastungsmöglichkeiten aufgezeigt.
Auch die Auswirkungen intensiver Showzucht kommen in diesem Seminar zur Sprache.
Informationen und Anmeldung
15.09.2012 Workshop "Mehrhundehaltung" mit Rainer Dorenkamp & Tanja Elias
Der Trend in Deutschland geht zum Zweit- bzw. Dritthund. Schon bei der Anschaffung stellt sich die Frage nach der „richtigen“ Konstellation. Entscheide ich mich für Gleich- oder Gegengeschlechtlich? Nehme ich besser einen Welpen oder einen erwachsenen Hund? Gibt es einem günstigen Zeitpunkt? Wurden diese Hürden erfolgreich genommen, sind viele Hundehalter verunsichert, was das Zusammenleben und die Erziehung betrifft. Wann greife ich bei Interaktionen ein, wann lasse ich es laufen? Wie ist das mit der Rangordnung? Wer ist Initiator und wer ist Mitläufer? Kann ich unterschiedlichen Temperamenten und Bedürfnissen überhaupt gerecht werden? Wie kann ich die Erziehung und die Beschäftigung von mehreren Hunden effektiv gestalten? Diese und alle weiteren Fragen werden in diesem Workshop ausführlich beantwortet.
28.09.2012 Themenabend "Geheimnisse der Mensch-Hund Kommunikation" mit Dr. Adam Miklosi
Mensch und Hund kommunizieren auf eine natürliche Weise, oft unbewusst - ohne es zu merken. Diese Kommunikation ist meistens erfolgreich, aber es kann auch schiefgehen. Viele nehmen an, dass ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Mensch und Hund nur auf Grund von guter Kommunikation zustande kommen kann. Ethologen interessieren sich schon seit langem für dieses Thema - die letzten 5-10 Jahre brachten sehr viele neue Erkenntnisse. In dem Vortrag werden wir die neusten Ergebnisse kritisch beleuchten, diskutieren und gemeinsam auswerten.
29.09.2012 Seminar „Entwicklung des Hundeverhaltens"
mit Dr. Adam Miklosi
Obwohl die Verhaltensentwicklung des Hundes doch einer der wichtigsten Themen für den Hundehalter sein sollte, wissen die meisten ziemlich wenig darüber. Generell entwickeln sich Hunde bis zum zweiten Lebensjahr und die, in diesem Zeitraum gemachten Erfahrungen, können sich langfristig auswirken. Im Vergleich zum Menschen ist die Entwicklung des Hundes relativ kurz. Deshalb sollte der Hundebesitzer diese Zeit nutzen, um spätere Probleme vermeiden zu können.
Auf Grund wissenschaftlicher Daten sind folgende Themen Inhalt des Seminars:
• Frühe und späte Sozialisation des Hundes und die Auswirkungen auf das erwachsene Verhalten
• Die Rolle der sogenannten sensitiven Phasen in der Entwicklung
• Was versteht man unter Paedomorphie und Neotenie des Hundes? Rassenspezifische Dynamik in der Entwicklung.
• Unterschiede in der Entwicklung zwischen Hund und Wolf
• Die Aussagefähigkeit von Welpentest in Bezug auf das Verhalten des erwachsenen Hundes
13.10.2012 Workshop "Körpersprachliches Longieren mit Hund" mit Sami El Ayachi
Was ist longieren mit dem Hund, wie geht das, wie fange ich das richtig an…
Unsere Körpersprache ist oft undeutlich oder sogar kontrovers zu unseren Wünschen. Die Kommunikation zwischen Hund und Mensch ist dadurch oft gestört.
Deshalb schauen wir erst einmal auf unsere eigene Körpersprache und analysieren die Wirkung. Wir lernen uns bewusst zu bewegen und zu verhalten um für den Hund verständlich zu sein. Ebenso müssen wir die Körpersprache des Hundes erkennen, verstehen und sie letztendlich nutzen.
Im Zusammenspiel soll die Kommunikation zwischen Mensch und Hund anschließend besser funktionieren, der Hund kann uns glauben und vertrauen, so dass er sich aufmerksam leiten lässt und zum Beispiel Grenzen und Tabuzonen akzeptiert.
Bei ausgebuchter Veranstaltung: Zusatztermin am 14.10.2012
24.10.2012 Seminar
"Beziehungen und Bindungen gibt es nicht zum Nulltarif"
mit Dr. Udo Gansloßer
Beziehungen und gar Bindungen gibt es nicht zum Nulltarif.
Wer vom Beziehungspartner etwas fordert, muss auch etwas dagegen leisten.
Und wie vertrauenswürdig der jeweilige Partner ist, kann nur in längeren Testphasen bzw. nach einer gewissen Gewöhnung entschieden werden……
Welche Rolle spielen dabei Hormone und andere Botenstoffe?
Wie kann man Welpen, Junghunde und Pubertierende besonders Beziehungsfähig machen?
Und was sollte man dabei vermeiden?
03.11.2012 Themenabend
"Liebe oder Leberwurst" mit Michael Grewe
"Ich kann Ihnen leider nicht sagen, zu welchem Hundetrainer Sie gehen sollten. Ich kann Ihnen aber sagen, zu welchem Hundetrainer Sie lieber nicht gehen sollten!!!"
Michael Grewe
04.11.2012 Seminar "Individualentwicklung" mit Michael Grewe
Es geht um die verschiedenen Entwicklungsphasen im Leben des Hundes. Wie lassen sich diese Phasen voneinander unterscheiden und definieren? Was wird unter den Begriffen "sensible Phasen", "Prägung", "Sozialisation" und "Habituation" verstanden? Die Folgen einer gestörten Ontogenese werden durch das Aufzeigen und Verdeutlichen möglicher Fehlentwicklungen junger Hunde exemplarisch beschrieben. Die Rolle des Menschen in der Entwicklung seines Hundes wird dabei stets kritisch hinterfragt. Neben der Ausbildung der zunehmenden Verselbständigung des jungen Hundes, der Entwicklung seiner sozialen Kompetenz und seiner "An"-Bindung an den Menschen, seiner Sexualität und seiner Reifung, wird eingehend der Auftrag an die Verantwortlichen BeraterInnen in den "Welpengruppen" definiert. Dabei kommen wir nicht um die Aussage umhin: "Lieber keine Welpengruppe, als eine schlechte!"
Informationen und Anmeldung08.12.2012 Themenabend "Die Lerntheorie" mit Rainer Dorenkamp & Tanja Elias
Was ist eine klassische Konditionierung und was ist eine operante Konditionierung? Wofür ist es überhaupt wichtig das zu wissen? Was muss man tun, damit ein Verhalten häufiger oder seltener wird? Was versteht man unter negative Belohnung bzw. positive Bestrafung? Wie verändert man Problemverhalten? Durch Konfrontation, Vermeidung, Ablenkung oder Desensibilisierung? Können diese Techniken bei Hunden überhaupt angewandt werden? Auf all diese Fragen gibt dieser Abend Antworten. Er wird mit einigen Missverständnissen aufräumen und Klarheit im Duschgel der Begrifflichkeiten bringen, die in der Hundeszene verwendet werden. Dieser Themenabend soll helfen Übungsaufbauten zu verstehen und Lust machen das Eigene Trainingskonzept weiter zu entwickeln. Er dient als theoretische Grundlage für den darauffolgenden Workshop, kann aber auch separat gebucht werden. Lernen, ja sogar die Lerntheorie kann Spaß machen!!
09.12.2012 Workshop "Praktische Anwendung der Lerntheorie - verständlich - praktisch - umsetzbar" mit Rainer Dorenkamp & Tanja Elias
Aufbauend auf dem Theorieabend „Die Lerntheorie“ geht es in diesem Workshop darum, die dort aufgezeigten Konzepte in die Praxis umzusetzen. Zunächst definieren die Teilnehmer für sich und ihren Hund ein realistisches Lernziel. Mit Hilfe der Referenten, werden dann passende und vor allem lebenstaugliche Übungen entwickelt. Dabei steht immer die Frage im Vordergrund: „Kann bei diesem Übungsaufbau das gewünschtes Lernziel überhaupt erreicht werden oder besser, was lernt der Hund dabei“. Beim Erarbeiten und Umsetzen des Übungsaufbaus wird besonderer Wert auf folgende Themen gelegt:
• Richtiger Zeitpunkt von Belohnung und Bestrafung
• Versteckte bzw. unbeabsichtigte Verstärkungen
• auf den Hund angepasste Verstärkerpläne
• Teilschritte und Verhaltensketten (Chaning)
• Häufigkeit und Länge der Trainingssequenzen
• Über- Unterforderung des Hundes
Damit es in diesem Workshop schnell in die praktische Umsetzung geht, kann dieser Workshop nur in Verbindung mit dem Theorieabend „Die Lerntheorie“ gebucht werden.